Analyse des Forums Gaspreis runter zum bundesweiten Gaspreisvergleich

Das Bundeskartellamt hat die Nettopreise (ohne 16% Umsatzsteuer) von 711 Gasversorgern zum Stichtag 15. November 2006 für vier verschiedene Abnahmemengen verglichen.

Für die örtlichen Gasversorger SVS und ZVB gilt:

Für Kleinverbraucher mit einer Verbrauchsmenge von 7.000 Kilowattstunden bedeutet Platz 441, dass diese 109,90 Euro (+29 %) mehr bezahlen müssen als beim günstigsten Anbieter. Die Kilowattstunde kostet durchschnittlich 7,01 Cent;

Für die Bewohner von Einfamilien- und Reihenhäusern mit einer Verbrauchsmenge von 20.000 Kilowattstunden bedeutet Platz 292, dass diese 167,60 Euro (+17 %) mehr bezahlen müssen als beim günstigsten Anbieter. Die Kilowattstunde kostet durchschnittlich 5,70 Cent;

ZVB und SVS sind 6,80 Euro (-0,6%) günstiger als der Bundesdurchschnitt der Gasversorger.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat im Jahr 2006 einem Versorger die Billigkeit der Gaspreise versagt, obwohl diese günstiger als der Durchschnitt waren. Begründung des Richters: " auch die Preise des günstigsten Anbieters könnten noch unbillig sein".

Für die Bewohner von größeren Ein- und Zweifamilienhäusern mit einer Verbrauchsmenge von 35.000 Kilowattstunden bedeutet Platz 268, dass diese 293,50 Euro (+18 %) mehr bezahlen müssen als beim günstigsten Anbieter. Die Kilowattstunde kostet durchschnittlich 5,39 Cent.

Für die Bewohner von Mehrfamilienhäuser mit einer Verbrauchsmenge von 90.000 Kilowattstunden bedeutet Platz 123, dass diese 626,40 Euro (+16 %) mehr bezahlen müssen als beim günstigsten Anbieter. Die Kilowattstunde kostet durchschnittlich 4,97 Cent.

Je nach Verbrauch des Abnehmers variiert der Gaspreis je Kilowattstunde. Der Kleinverbraucher bezahlt 7,01 Cent je Kilowattstunde. Bewohner eines Mehrfamilienhauses zahlen 4,97 Cent. Die Preisspanne beträgt 2,04 Cent (+ 41 %).

Kunden, die Gas einsparen bzw. wenig benötigen, werden vom ZVB und der SVS mit einem höheren Gaspreis je Kilowattstunde bestraft.

Die vergleichbaren Heizölmengen von 2.000 und 9.000 Liter kosten je Liter 0,58 Euro und 0,53 Euro. Die Preisspanne beträgt beim Öl lediglich 0,05 Euro (+ 9,4 %).

3000 Liter leichtes Heizöl kosteten Stand 8. Januar 2007 satte 400 Euro weniger als die vergleichbare Gasmenge vom ZVB und der SVS.

Die günstigen Anbieter Baden-Württembergs aus Rastatt und Ettlingen oder die GGEW aus Hessen stehen in allen vier Verbrauchsfällen auf den vorderen Plätzen.

Leider liefern diese Versorger derzeit nicht in unsere Region, da Wirtschaftsminister Pfister (FDP) die Durchleitungsentgelte immer noch nicht genehmigt hat. Deshalb ist weit und breit kein Wettbewerber in der Region in Sicht für die Haushaltskunden.

Die Kosten je Kilowattstunde betragen beim ZVB und der SVS im Jahr 2006 netto ca. 4 Cent (Beschaffung 3,02 Cent, Netz- und Vertrieb 0,4 Cent, Konzessionsabgabe 0,03 Cent, Erdgassteuer 0,55 Cent).

Die Kunden werden also unterschiedlich stark abgezockt, da der Gewinn als Differenz aus Erlösen und Kosten ermittelt wird.

Den höchsten Gewinnbeitrag erzielen unsere Gasversorger mit den Kunden im Allgemeinen Tarif Stufe 1. Diese bezahlen für 1500 Kilowattstunden 10,91 Cent je Kilowattstunde und leisten einen Gewinnbeitrag von 6,91 Cent je Kilowattstunde.

Mit Kunden, die 20000 Kilowattstunden verbrauchen, wird ein Gewinnbeitrag von 1,70 Cent je Kilowattstunde erzielt usw.

Warum sind die Gaspreise bei uns so hoch?

Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen GmbH haben mit der Bäder GmbH und der Parkhaus GmbH Verlust-Übernahmeverträge abgeschlossen.

Der jährliche Verlust von rund 3 Millionen Euro der Tochtergesellschaften wird aus dem Gewinn mit dem Gasgeschäft gedeckt.

Dies aber steht im Widerspruch zum Paragraph 1 des Energiewirtschaftsgesetzes, wonach Energie möglichst preiswert abgegeben werden muss.

Die Bäder stehen allen Bürgen offen und somit sollen die Verluste auch von allen Bürgern getragen werden und nicht ausschließlich von den Gaskunden.

Die Gewinnausschüttung der SVS an die Stadt mit zuletzt 3 Mio. Euro und an die Thüga München mit 2,2 Mio. ist betriebswirtschaftlich aufgrund des eingesetzten Kapitals und des quasi nicht vorhandenen unternehmerischen Risikos in keiner Weise zu rechtfertigen, sondern nur mit dem Missbrauch der Marktmacht gegenüber den Haushaltskunden zu erklären

Fielen die Gewinnausschüttungen an die Stadt und die Thüga München geringer aus, und hätte die SVS die Bäderverluste nicht auszugleichen, könnte der Gaspreis um mindestens 25 Prozentpunkte günstiger ausfallen.

Die Gemeinderäte der Stadt Villingen-Schwenningen, die im Aufsichtsrat der SVS sitzen, sind zusammen mit dem Vorsitzenden OB Kubon für diese Gaspreispolitik verantwortlich. Die Bürgermeister Frey, Klumpp und Guse unterstützen diese Politik durch ihr Abstimmungsverhalten in den Zweckverbandsversammlungen.

Die Verbraucherschützer und das Forum Gaspreis runter empfehlen den Gaskunden Widerspruch einzulegen und die Rechnung zu kürzen. Musterbrief dazu auf www.vsbd-gaspreis.de.

Für das Forum Gaspreis runter

Reiner Simon    Johannes Schwarz    Wolfgang Bräun